Arbeitslosenzahlen: Einerseits und andererseits...


In den höchsten Tönen werden allenthalben die gesunkenen Arbeitslosenzahlen bejubelt (z. B. hier). Doch sind die Zahlen wirklich so "sensationell" oder nicht vielmehr "saisonell"?

Ein genauer Blick auf die Worte von BA-Chef Weise lohnt (Originalton BA): " .. dürfte die Entwicklung im November durch die vergleichsweise milde Witterung begünstigt sein" und " ... beruht ein Teil der Abnahme auf der systematischen Aktualisierung von Bewerberangeboten (Anmerkung: das heißt auf Deutsch: die systematische Überprüfung und Aussortierung von Arbeitslosen)" und schliesslich: " ... könnte der Arbeitsmarkt durch ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot (Anmerkung: demographische Entwicklung) entlastet worden sein....".

Fazit: Die "Sensation" des Rückgangs der Arbeitslosenzahlen beruht tatsächlich nur zu einem kleineren Teil auf der besseren Konjunktur und ist daher alles andere als eine Sensation.

Damit wir uns richtig verstehen: Ich freue mich über gesunkene Arbeitslosenzahlen in jedem Fall, aber:
1. Wenn die politische und wirtschaftliche Bewertung der Daten unzutreffend ist, wird kein Umdenken stattfinden. Dann wird der Horizont schnell wieder ziemlich düster.
2. Aus der Art und Weise, wie sich die Bundesregierung die "Sensation" kritiklos als eigenen Erfolg ans Revers heftet, geht hervor, dass dort ein erheblicher Mangel an Wahrnehmungsvermögen und ein erhebliches Abwägungsdefizit besteht. Und das ist wirklich schade, geht es doch um die Zukunft unseres Landes. Also: Runter mit der rosaroten Brille und den Fakten ins Auge sehen. Auch wenn es weh tut.

Gepostet am Freitag - 01. Dezember 2006, 08:15
       
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