Montag - 15. Oktober 2007
Bahnbrechend: Die Kraft der Boulette in Tarifverhandlungen
Die einen verhandeln rational (z. B. nach der Harvard-Methode), die anderen aggressiv, andere passiv, andere wieder ganz anders. Gerade bei Tarifverhandlungen ist gute Verhandlungstechnik gefragt.
In der aktuellen Tarifauseinandersetzung zwischen der Lokführergewerkschaft GDL und der Bahn AG hat sich jetzt eine ganz neue, sprichwörtlich "bahnbrechende" Verhandlungstechnik bewährt: Die Kraft der Boulette.
Der Tagesspiegel berichtet (O-Ton-Zitat):
"Bei dem Spitzengespräch am Donnerstagabend soll Bahnchef Hartmut Mehdorn so wütend über den Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Manfred Schell, gewesen sein, dass er „die eigens für ihn servierten Buletten in rasender Geschwindigkeit durch den Senftopf zog und dann vertilgte“, berichtet ein Teilnehmer laut „Spiegel“. Als Schell ausgeredet hatte, habe Bahn-Aufsichtsratschef Werner Müller Mehdorn dann versöhnlich aufgefordert, die Buletten doch in die Mitte zu stellen, „so, dass Herr Schell auch welche nehmen kann“. Über die geteilte Mahlzeit sollen sich die beiden Streithähne dann näher gekommen sein. Als GDL-Chef Schell einige von Mehdorns Frikadellen gegessen hatte, berichtet das Magazin, sei das Eis gebrochen."
Man lernt nie aus. In der nächsten Einigungsstelle werde ich also immer ein paar Bouletten zur Hand haben :)))
Autor: Henning Wüst
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