Sonntag - 11. November 2007
Wenn der Chef wie die Arbeiterin leben muss
In der WELT findet sich ein aufrüttelnder und hochinteressanter Artikel. Es geht um den italienischen Nudelfabrikanten Enzo Rossi. Dieser hat den Versuch unternommen, einen Monat lang mit dem Nettolohn der bei ihm beschäftigten Arbeiterinnen - 1000 Euro - auszukommen und ist kläglich damit gescheitert.
Zitat: "Und obwohl er jeden Euro zwei Mal herumdrehte, war seine Familie bereits nach 20 Tagen pleite. Eigentlich wollte der 42-jährige Unternehmer seinen Töchtern nur zeigen, wie Normalverdiener in Italien leben, und wie es sich anfühlt, mit eingeschränkten finanziellen Mitteln auskommen zu müssen. Deshalb wollten seine Frau – sie arbeitet in der Nudelfabrik mit – und er einen Monat lang mit jeweils 1000 Euro Lohn über die Runden kommen. Die Familie kaufte nur noch in Billig-Supermärkten ein und erlaubte sich lediglich zwei Besuche in einer preisgünstigen Pizzeria. Für Miete, Versicherungen und Rechnungen zog Rossi noch die durchnittlichen Kosten ab, die auch seine Mitarbeiter jeden Monat schultern müssen. Bereits nach diesen Abzügen der Festkosten war das Portemonnaie fast leer."
Behauptet noch jemand, ein gesetzlicher Mindestlohn sei unnötig?
Autor: Henning Wüst
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